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KI-Kompetenz ohne Überforderung: Was Unternehmen für das Wohlbefinden ihrer Teams tun können – im Podcast mit Kenza Ait Si Abbou

Zuletzt aktualisiert am 3. Nov. 2026

Lesezeit: 5 Minuten
Stress durch KI? Im Podcast „What’s Up, Wellbeing?“ verrät Kenza Ait Si Abbou, wie Teams KI-Kompetenzen aufbauen & gesund bleiben. Jetzt reinhören!

Künstliche Intelligenz soll uns Zeit sparen, lästige Routineaufgaben abnehmen und den Arbeitsalltag spürbar erleichtern. Doch in der Praxis erleben viele Unternehmen aktuell das genaue Gegenteil: Ausgerechnet die Mitarbeitenden, die KI am intensivsten nutzen, berichten am häufigsten von Stress, Überlastung und Dauerdruck.

Wie passt das zusammen? Und wie gelingt eine erfolgreiche KI-Transformation, bei der der Aufbau von KI-Kompetenz nicht zum Burnout-Beschleuniger wird, sondern echtes Corporate Wellbeing fördert?

In der neuesten Folge von What’s Up, Wellbeing? spricht Sandra Strauss mit Kenza Ait Si Abbou – KI-Expertin, Bestsellerautorin und Keynote-Speakerin. Gemeinsam beleuchten sie die größten Stolpersteine beim KI-Einsatz im Unternehmen und zeigen, wie Führungskräfte und Teams den Wandel gesünder gestalten können.

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Das KI-Paradoxon: Warum KI-Pionier:innen am häufigsten ausbrennen

Eigentlich klingt das Versprechen verlockend: mehr Zeit für das Wesentliche, weniger Stress. Die Realität sieht oft anders aus. Der brandneue Wellhub Work-Life-Wellbeing Report 2027 zeigt ein überraschendes Paradoxon:

  • Erhöhte Arbeitsbelastung:40 % der KI-Pionier:innen (Mitarbeitende, die KI täglich nutzen und Kolleg:innen mitziehen) geben an, dass der KI-Einsatz ihre Arbeitsbelastung erhöht hat – im Vergleich zu nur 15 % bei KI-Einsteiger:innen.
  • Tägliche Burnout-Symptome:24 % der KI-Pionier:innen erleben fast täglich Burnout-Symptome (bei Einsteiger:innen sind es 16 %).
  • Doppelbelastung ohne Ausgleich:79 % der Pionier:innen coachen zusätzlich zu ihren regulären Aufgaben Kolleg:innen im Umgang mit KI – meist ohne formelle Entlastung oder zeitlichen Freiraum.

Kenza Ait Si Abbou fasst die Ursache im Podcast treffend zusammen:

„Durch KI können wir mehr. Wir schreiben schnellere Angebote, schnellere Berichte, schnellere Konzepte. Und weil wir mehr können, nehmen wir uns schlichtweg auch viel mehr vor. Am Ende sind wir trotz KI komplett durchgetaktet.“

Hinzu kommt: Die Arbeitsergebnisse von KI-Agenten müssen überwacht, geprüft und nachbearbeitet werden. Wer früher nur für eigene Aufgaben verantwortlich war, steuert plötzlich KI-Prozesse und berät gleichzeitig das halbe Team. Das Gehirn bleibt im permanenten Dauermodus.

Eigendisziplin & Grenzen: Das schwierigste „Nein“ ist das zu sich selbst

Ein zentraler Punkt im Gespräch zwischen Sandra und Kenza ist die eigene Haltung. Wenn neue Tools rund um die Uhr verfügbar sind, verschwimmen die Grenzen zwischen Engagement und Selbstausbeutung rasch.

Kenza betont, wie wichtig Selbstverantwortung und Eigendisziplin beim Aufbau von KI-Kompetenz sind:

  • Sich selbst ein „Nein“ erlauben: Hochmotivierte Talente neigen dazu, jede freie Minute in neue KI-Tools oder Extraseiten in Konzepten zu stecken. Hier gilt es zu hinterfragen: Ist das ein Must-Have für mein Arbeitsziel oder nur ein Nice-to-Have?
  • Körpersignale ernst nehmen: Wenn das Auge zuckt oder die Gedanken abends nicht zur Ruhe kommen, hilft kein Wearable oder Oura-Ring – wir müssen lernen, wieder auf den eigenen Körper zu hören, statt die Verantwortung für unser Wohlbefinden an Smartwatches auszulagern.
  • Kein Trend-Jumping: Wöchentlich ploppen neue Tools auf. Statt jedem Hype hinterherzurennen, lohnt es sich, bei bewährten Tools zu bleiben, diese richtig zu beherrschen und Rüstzeiten zu minimieren.

Die Rolle der Führungskraft: Erwartungen klären & Fokus schaffen

Oft schaut die Belegschaft auf die Führungskraft und erwartet: „Mein Chef muss doch sehen, dass ich überlastet bin, und mich unterstützen!“

Doch Kenza räumt mit diesem Mythos ehrlich auf. Führungskräfte in modernen Organisationen verbringen den Großteil ihrer Zeit mit Systemen, Ressourcenplanung und Reporting – fürs individuelle Wellbeing des Teams bleiben oft nur 5 bis 10 % Zeit. Erst recht im Remote-Arbeitsumfeld, wo spontane Gespräche in der Kaffeeküche wegfallen.

Was können Führungskräfte und Teams stattdessen tun?

  1. Proaktive Kommunikation einfordern: Mitarbeitende sollten gezielt das Gespräch suchen und konkrete Priorisierungen einfordern: „Das sind meine Aufgaben. Was davon hat diese Woche oberste Priorität und was lassen wir weg?“
  2. Fokus als Strategie leben: In vielen Unternehmen laufen zig Initiativen gleichzeitig. Führungskräfte müssen den Mut haben, Projekte radikal zu streichen. Zwei gut umgesetzte Prioritäten schlagen fünf halbfertige Großbaustellen.
  3. Lernzeit im Kalender fest einplanen: Weiterbildung passiert nicht „nebenbei“ am Sonntag. Wer möchte, dass sein Team KI-Kompetenzen aufbaut, muss dafür echte Arbeitszeit freiräumen.

Der Wellhub Work-Life-Wellbeing Report 2027 unterstreicht das deutlich: 46 % aller Beschäftigten fehlt im Arbeitsalltag schlichtweg die Zeit, um Wellbeing- und Weiterbildungsangebote überhaupt zu nutzen. Ein Benefit oder Training bringt nichts, wenn der Terminkalender lückenlos vollgepackt ist.

Das 3-C-Framework für eine gesunde KI-Transformation

Damit die KI-Transformation in deinem Unternehmen nicht im Chaos endet, empfiehlt Kenza ein klares Framework aus drei Säulen:

  1. Clarity (Klarheit durch Governance)

Mitarbeitende brauchen Leitplanken. Wo darf KI frei genutzt werden (Low Risk)? Wo braucht es Freigaben (Medium Risk)? Und wo ist der Einsatz tabu oder streng reguliert (High Risk)?

Der Wellhub Report 2027 zeigt: 34 % der Betriebe haben aktuell noch keine formale KI-Richtlinie. Doch in Unternehmen mit klarer Richtlinie fühlen sich 77 % der Mitarbeitenden resilient – ohne Richtlinie sind es gerade einmal 39 %. Klare Regeln erzeugen keine Langsamkeit, sondern geben Sicherheit und Tempo!

  1. Capability (KI-Kompetenz zielgerichtet aufbauen)

Einfach nur ChatGPT-Lizenzen zu verteilen, reicht nicht. Teams müssen lernen, Tools richtig einzusetzen. Das erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen HR, IT und dem Business, um zu definieren: Welche Jobprofile verändern sich wie? Welche Hard- und Soft-Skills werden künftig gebraucht?

  1. Confidence (Vertrauen in Prozesse)

Wie wird aus einer Idee für einen KI-Use-Case eine echte Anwendung? Transparente Pfade zur Umsetzung nehmen Ängste und verhindern langwierige Blockaden im Freigabeprozess.

Warum der Austausch unter Peers der Schlüssel ist

Skeptische Blicke, Zukunftsängste oder schlicht Überforderung – bei der Einführung von KI treffen im Team unterschiedlichste Emotionen aufeinander.

Kenzas einfachster und wirkungsvollster Rat: Darüber reden!

Anstatt Skeptiker:innen als „Blockierer“ abzustempeln, sollten Führungskräfte genau hinhören. Muster wie „Ich habe keine Zeit“ oder „Ich weiß gar nicht, was das mit meiner Arbeit zu tun hat“ offenbaren wertvolle Hinweise auf fehlende Prozesse oder mangelnden Praxisbezug.

In einem vertrauensvollen Umfeld mit Psychological Safety können KI-Pionier:innen ihr Wissen teilen, während Zweifler:innen ihre Bedenken ohne Angst vor Nachteilen äußern dürfen.

Fazit: Waldbaden in Zeiten von KI

KI ist gekommen, um zu bleiben – und der Nutzen kann enorm sein. Aber der Schlüssel für eine nachhaltige KI-Transformation liegt nicht in der besten Software, sondern im Human-First-Ansatz.

Wir dürfen die Technologie nutzen, um lästige Arbeiten abzugeben, ohne dabei den Bezug zu unserem eigenen Körper, unserem Team und unserer Gesundheit zu verlieren. Oder wie Kenza es schmunzelnd zusammenfasst: In einer hochtechnologisierten Gesellschaft leben und gleichzeitig im Wald spazieren gehen – das ist kein Widerspruch, sondern die Voraussetzung für langfristiges Corporate Wellbeing.

Jetzt Folge anhören!

Du willst noch mehr Praxis-Tipps und tiefere Einblicke in das Gespräch zwischen Sandra Strauss und Kenza Ait Si Abbou bei What's up, Wellbeing? hören?

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Möchtest du erfahren, wie du die Resilienz und Gesundheit deines Teams im digitalen Wandel stärken kannst? Lade dir hier den vollständigen Wellhub Work-Life-Wellbeing Report 2027kostenlos herunter.

 


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Wellhub Editorial Team

Das Redaktionsteam von Wellhub unterstützt Personalverantwortliche bei der Förderung des Wohlbefindens ihrer Mitarbeitenden. Unsere Studien, Trendanalysen und hilfreichen Anleitungen liefern ihnen die nötigen Werkzeuge, um das Wohlbefinden ihrer Belegschaft in der heutigen, sich schnell verändernden Berufswelt zu verbessern.