Wellbeing am Arbeitsplatz

Mitarbeiterfluktuation in Deutschland: Ursachen und wirksame Maßnahmen

Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2026

Lesezeit: 11 Minuten
Colaboradores reunidos em um espaço de trabalho colaborativo, trocando ideias em equipe enquanto utilizam laptop e anotações para desenvolver projetos.

Mitarbeitende mit den meisten beruflichen Alternativen kündigen häufig zuerst, besonders wenn Arbeitgeber sich nicht ausreichend für das Wohlbefinden der Belegschaft einsetzen. Das macht Mitarbeiterfluktuation zu einer der teuersten und zugleich am wenigsten beachteten Kennzahlen im Personalwesen.

In Deutschland wechselt rechnerisch auf etwa jedem dritten Arbeitsplatz im Jahr die Besetzung. Jede vermeidbare Kündigung kostet Geld, reißt Know-how aus dem Unternehmen und schwächt ganze Teams. Der größere Teil dieser Abgänge lässt sich jedoch verhindern, sobald Unternehmen die Beweggründe dahinter verstehen.

Dieser Leitfaden zeigt, wie es um die Fluktuation in deutschen Unternehmen steht, warum Mitarbeitende kündigen und mit welchen Maßnahmen sich die Rate spürbar senken lässt.

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Was ist Mitarbeiterfluktuation?

Mitarbeiterfluktuation bezeichnet den Wechsel im Personalbestand eines Unternehmens. Synonym werden die Begriffe Personalfluktuation oder Employee Turnover verwendet.

Im weiteren Sinne umfasst die Definition jede Auflösung eines Arbeitsverhältnisses. Für die praktische Steuerung zählt jedoch vor allem die arbeitnehmerseitige Kündigung, denn nur sie lässt sich vom Unternehmen tatsächlich beeinflussen.

Wie stark diese arbeitnehmerseitige Kündigung inzwischen ins Gewicht fällt, zeigt die jüngste Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vom Mai 2025: 2022 gingen bereits mehr als 50 % aller beendeten Arbeitsverhältnisse auf Eigenkündigungen zurück -- 2009 war es nur rund ein Drittel.

Auffällig dabei: Die meisten dieser Beschäftigten gehen mit Perspektive. Rund 84 % hatten zum Zeitpunkt ihres Austritts bereits ein neues Jobangebot oder einen unterschriebenen Vertrag. Arbeitgeberkündigungen sind dagegen rückläufig -- nur knapp 3 % der Beschäftigten gaben 2022 an, im Vorjahr entlassen worden zu sein, etwa halb so viele wie 2009. Für Unternehmen verschiebt sich damit die zentrale Frage: weg von der Entlassung, hin zur Bindung derjenigen, die freiwillig gehen könnten.

Die drei Arten der Fluktuation

Fachleute unterscheiden drei Formen der Fluktuation, die in der Praxis unterschiedlich bewertet werden.

Natürliche Fluktuation: Mitarbeitende verlassen das Unternehmen aus Gründen, die sich kaum steuern lassen: Renteneintritt, Ende eines befristeten Vertrags, Elternzeit oder Todesfall. Diese Form ist planbar und selten ein Warnsignal.

Unternehmensinterne Fluktuation: Mitarbeitende wechseln innerhalb des Unternehmens die Position oder die Abteilung, etwa nach einer Beförderung oder Weiterbildung, und bleiben dem Betrieb erhalten. Diese Form gilt als Zeichen einer gesunden internen Dynamik und fördert Karrieren im Unternehmen.

Unternehmensexterne Fluktuation: Mitarbeitende kündigen und wechseln zu einem anderen Arbeitgeber, sodass die frei gewordene Stelle neu besetzt werden muss. Diese Form steht im Fokus jeder Fluktuationsanalyse, weil hier Know-how und oft wertvolle Kundenbeziehungen zur Konkurrenz abwandern.

Ein Sonderfall der externen Fluktuation ist die Frühfluktuation: Abgänge innerhalb der ersten zwölf Monate, die häufig auf Schwächen im Recruiting oder Onboarding hinweisen.


Empfohlene Lektüre:Mitarbeiterbindung in Deutschland: Herausforderungen und Strategien für 2026


Wie hoch ist die Mitarbeiterfluktuation in Deutschland?

In Deutschland liegt der Fluktuationskoeffizient -- die gängigste Kennzahl -- seit Jahren zwischen 29 % und 33 %. Rein rechnerisch wechselt damit auf etwa jedem dritten Arbeitsplatz im Jahr die Besetzung.

Entscheidend ist, was der Wert tatsächlich misst: den gesamten Beschäftigtenumschlag, also Eigenkündigungen, Renteneintritte, auslaufende Befristungen und Neueinstellungen. Er zeigt damit die Dynamik des Arbeitsmarktes -- nicht den Anteil der Beschäftigten, die tatsächlich kündigen.

Der Wert bewegt sich mit der Konjunktur: Über Jahre lag er stabil zwischen 31 % und 33 %, fiel im Corona-Jahr 2020 unter 30 % und erreichte 2022 wieder rund 33 %. Seit 2023 kühlt die Fluktuation mit der stagnierenden Wirtschaft ab und liegt inzwischen rund 2,5 Prozentpunkte unter dem Wert von 2022 -- eine ungewöhnlich lange Abkühlungsphase.

Was ist eine gesunde Fluktuationsrate?

Branchenübergreifend gilt eine jährliche Fluktuationsrate von 8 % bis 12 % als gesunder Richtwert. Dieser Bereich sichert frische Impulse, ohne Teams und Wissen zu destabilisieren.

Unter 5 % besteht das Risiko einer Stagnation, über 15 % lohnt sich eine Ursachenanalyse, jenseits von 20 % besteht akuter Handlungsbedarf.

Diese Richtwerte messen die Nettofluktuation, also nur die freiwilligen, vermeidbaren Abgänge. Der bundesweite Durchschnitt von rund 30 % ist dagegen Bruttofluktuation und schließt Rente, Befristungen und interne Wechsel ein.

Beide Werte lassen sich jedoch nicht direkt vergleichen. Als Faustregel liegt die Nettofluktuation bei etwa 50 % bis 60 % des Bruttowerts, was für Deutschland grob 15 % bis 18 % bedeutet -- spürbar über dem als gesund geltenden Bereich.

Der Vergleich muss deshalb sauber bleiben: Netto gegen Netto, Brutto gegen Brutto. Wer die firmeninterne Rate am bundesweiten Bruttowert misst, zieht falsche Schlüsse.

Dass die Fluktuation strukturell hoch ist, liegt vor allem am Fachkräftemangel. Wo qualifiziertes Personal knapp ist, steigt die Wechselbereitschaft, und Unternehmen müssen um jede Fachkraft konkurrieren. Erst die wirtschaftliche Flaute seit 2023 hat diesen Druck etwas gedämpft.

Fluktuation nach Branche

Kein Faktor prägt die Fluktuation so stark wie die Branche. Zwischen dem stabilsten und dem volatilsten Wirtschaftszweig liegt nahezu das Zehnfache. Hoch ist die Fluktuation meist in Branchen mit geringen Qualifikationsanforderungen, befristeten Verträgen und saisonalen Geschäften -- und niedrig in der öffentlichen Verwaltung.

Die folgende Übersicht ordnet die Wirtschaftszweige nach ihrer Bruttofluktuation.

WirtschaftszweigBruttofluktuation (2023)Prägende Faktoren
Arbeitnehmerüberlassung 127,0 % Projektarbeit, sehr kurze Vertragslaufzeiten
Land- und Forstwirtschaft 73,4 % ausgeprägte Saisonarbeit
Gastgewerbe 62,1 %Saison, befristete Verträge, niedrige Löhne
Information und Kommunikation 52,3 % Fachkräftewettbewerb, hohe Wechselbereitschaft
Wirtschaftliche Dienstleistungen 46,4 % heterogene Tätigkeiten, hoher Zeitarbeitsanteil
Baugewerbe 33,1 % Projektzyklen, Witterungsabhängigkeit
Handel und Reparatur 30,8 % Teilzeit, viele Einstiegspositionen
Verarbeitendes Gewerbe 17,7 % Tarifbindung, gezielte Fachkräftebindung
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 16,3 % hohe Qualifikation, stabile Strukturen
Öffentliche Verwaltung13,6 %Arbeitsplatzsicherheit, lange Betriebszugehörigkeit

Quelle: Fluktuationskoeffizient der Bundesagentur für Arbeit, 2023 (Bruttofluktuation).
 

Auch diese Werte sind brutto. Eine Bruttofluktuation von 62 % im Gastgewerbe heißt nicht, dass zwei von drei Beschäftigten kündigen -- Rente, Befristungen und interne Wechsel machen einen großen Teil aus.

Die Branchen reagieren zudem unterschiedlich auf die Konjunktur. Das verarbeitende Gewerbe schwankt stark und hat seit 2023 an Dynamik verloren. Die öffentliche Verwaltung bleibt hingegen stabil. Für die eigene Einordnung zählt daher nicht der bundesweite Durchschnitt, sondern der Branchenwert, der mit derselben Kennzahl und über denselben Zeitraum gemessen wird.

Für Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Der bundesweite Durchschnitt taugt nicht als Maßstab. Aussagekräftig wird die eigene Rate erst im Vergleich mit der eigenen Branche, der eigenen Region und demselben Zeitraum des Vorjahres.

Mitarbeiterfluktuation berechnen

Die Fluktuationsrate ist eine Kennzahl, die den Personalwechsel in einem bestimmten Zeitraum in Prozent ausdrückt. Für die Berechnung der Mitarbeiterfluktuation haben sich in der Praxis vor allem zwei Formeln durchgesetzt: die BDA-Formel und die Schlüter-Formel.

BDA-Formel (einfache Fluktuationsrate)

Die Formel der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ist die gebräuchlichste. Sie setzt die Abgänge ins Verhältnis zum durchschnittlichen Personalbestand.

Fluktuationsrate = (Abgänge ÷ durchschnittlicher Personalbestand) × 100

Sie ist schnell berechnet und eignet sich für den jährlichen Überblick. Ihr Nachteil: Sie berücksichtigt kein Personalwachstum und kann die Rate in expandierenden Unternehmen überzeichnen.

Schlüter-Formel

Die Schlüter-Formel bezieht die Zugänge mit ein und relativiert so den Effekt von Neueinstellungen.

Fluktuationsrate = (Abgänge ÷ (durchschnittlicher Personalbestand + Zugänge)) × 100

Sie liefert in Wachstumsphasen ein realistischeres Bild, fällt aber tendenziell niedriger aus und lässt sich schlechter mit externen Benchmarks vergleichen.

Eine dritte Variante, die ZVEI-Formel, zählt ausschließlich Ersatzeinstellungen und blendet Wachstum bewusst aus. Für die meisten Unternehmen genügt die Wahl zwischen BDA- und Schlüter-Formel -- entscheidend ist, dass ein Unternehmen dieselbe Formel über die Jahre beibehält.

Hauptursachen hoher Fluktuation in deutschen Unternehmen

Hohe Fluktuation ist selten Zufall. Sie hat strukturelle Treiber, die den gesamten Arbeitsmarkt prägen, und konkrete Gründe im einzelnen Unternehmen. Wie angespannt die Lage ist, zeigt der Gallup Engagement Index 2025: Nur noch 9 % der Beschäftigten fühlen sich stark an ihren Arbeitgeber gebunden -- ein Tiefstwert. Zugleich ist das Vertrauen in die Unternehmensführung binnen drei Jahren von 41 % auf 21 % gefallen. Nach aktuellen Erhebungen sind rund 45 % der Beschäftigten offen für einen Wechsel.

Strukturelle Treiber

Fachkräftemangel und Verhandlungsmacht: Wo qualifiziertes Personal knapp ist, wählen Beschäftigte aus mehreren Angeboten und wechseln schnell. Ihre Verhandlungsmacht ist über die Jahre gewachsen, und ein Großteil der Wechselnden geht erst mit einem unterschriebenen Vertrag in der Tasche.

Demografie und Generationenwechsel: Mit den ausscheidenden Babyboomern schrumpft das Arbeitskräfteangebot, während die Generation Z mit anderen Erwartungen nachrückt. Für sie zählt der Sinn stärker. In Deutschland nennen 86 % der Gen Z und 89 % der Millennials sinnstiftende Arbeit als wichtigsten Jobfaktor. 48 % der Gen Z haben zudem bereits Angebote aus ethischen Gründen abgelehnt (Deloitte 2025).

Wohlbefinden als Bleibefaktor: Immer mehr Beschäftigte machen ihre Entscheidung, zu bleiben oder zu gehen, am Wohlbefinden fest. Nach der Studie zum Work-Life-Wellbeing 2026 von Wellhub würden 85 % erwägen, einen Arbeitgeber zu verlassen, der sich nicht um ihr Wohlbefinden kümmert -- gegenüber 68 % im Jahr 2022. Für viele zählt eine gelebte Kultur des Wohlbefindens inzwischen so viel wie ein wettbewerbsfähiges Gehalt. Gerade jüngere Beschäftigte kündigen schnell, wenn sie diese Kultur vermissen. Bleibt Burnout unbehandelt, steigt das Kündigungsrisiko zusätzlich.

Konjunktur: In Aufschwüngen steigt die Wechselbereitschaft, in der Flaute sinkt sie. Die Abkühlung seit 2023 hat den Druck zuletzt gedämpft, an der strukturellen Knappheit ändert sie jedoch wenig.

Die häufigsten Kündigungsgründe

Warum Beschäftigte konkret gehen, zeigt die meistzitierte deutsche Erhebung dazu: eine StepStone-Studie unter rund 22.000 Fach- und Führungskräften. Mehrfachnennungen waren möglich.

Kündigungsgrund Anteil
Zu geringe Bezahlung 39,7 %
Schlechtes Arbeitsklima 37,4 %
Unzureichende Aufstiegsmöglichkeiten 34,6 %
Unpassende Unternehmenskultur 27,7 %
Mangelnde Weiterbildung 25,2 %
Zu wenig Zeit für Familie und Privatleben 25,1 %
Sorge um Jobsicherheit 22,3 %

Quelle: StepStone. Bei Frauen steht das Arbeitsklima an erster Stelle, bei Männern die Vergütung.

Nur einer der acht Gründe ist rein monetärer Natur. Die übrigen betreffen Führung, Entwicklung, Kultur und Sinnhaftigkeit, also Faktoren, auf die ein Unternehmen direkt Einfluss hat. Vergütung wirkt dabei als Hygienefaktor: Eine als unfair empfundene Bezahlung treibt Menschen weg, eine faire Bezahlung allein bindet sie jedoch nicht.

Durch fast alle Punkte zieht sich ein Muster: die Führung. Sie prägt zugleich Arbeitsklima, Anerkennung, Entwicklung und Sinnerleben und ist damit einer der wirksamsten Hebel gegen Fluktuation. Der Rückgang des Vertrauens in die Vorgesetzten und die Unternehmensführung von 41 % auf 21 % fällt deshalb besonders ins Gewicht.

Hinzu kommt ein hausgemachtes Risiko: schwaches Onboarding. Ungenaue Stellenausschreibungen und beschönigende Vorstellungsgespräche wecken falsche Erwartungen und führen zu Frühfluktuation schon in der Probezeit.

Folgen und Kosten einer hohen Fluktuation

Eine hohe Fluktuation ist mehr als ein Ärgernis für die Personalabteilung. Sie schlägt direkt auf die Wirtschaftlichkeit durch.

Kosten und Zeitaufwand. Jede Kündigung stößt einen aufwendigen Prozess an: Austritt, Nachbesetzung, Recruiting, Einarbeitung. Diese Fluktuationskosten summieren sich schnell zu einem fünfstelligen Betrag pro Abgang und binden Kapazitäten, die an anderer Stelle fehlen.

Verlust von Wissen. Verlassen erfahrene Fachkräfte das Unternehmen, geht Know-how verloren, das neue Mitarbeitende erst wieder aufbauen müssen. Im ungünstigsten Fall wandert dieses Wissen direkt zur Konkurrenz. Hinzu kommt, dass Mitarbeitende in der Kündigungsphase kaum noch voll eingesetzt werden können.

Unsicherheit im Team. Der Abgang wichtiger Kräfte erzwingt Umstrukturierungen. Kolleg:innen übernehmen neue Aufgaben, und ganze Teams müssen sich neu finden. Das kostet Produktivität und Motivation.

Unsicherheit bei Kunden und Partnern. Geschäftsbeziehungen hängen an Personen. Wechselt ein langjähriger Ansprechpartner, müssen Kunden und Partner neues Vertrauen aufbauen -- ein Risiko, das über die reinen Personalkosten hinausgeht.

Hat Mitarbeiterfluktuation auch Vorteile?

Ein gewisses Maß an Fluktuation ist gesund. Neue Mitarbeitende bringen frische Perspektiven, aktuelles Fachwissen und eigene Netzwerke ins Unternehmen. Sie erkennen Schwachstellen, die langjährigen Beschäftigten durch Betriebsblindheit entgehen.

Externe Fluktuation eröffnet zudem interne Aufstiegschancen: Frei gewordene Positionen lassen sich mit eigenen Talenten besetzen. Das Ziel ist deshalb nicht eine Fluktuationsrate von null, sondern eine gesunde Rate, bei der vor allem die richtigen Menschen bleiben.

Maßnahmen zur Senkung der Mitarbeiterfluktuation

Der größte Teil der Fluktuation ist vermeidbar. Auswertungen von rund 100.000 Exit-Interviews des Work Institute zeigen: Etwa drei Viertel aller Kündigungen wären mit den richtigen Maßnahmen verhinderbar gewesen. Nur rund ein Viertel entfällt auf kaum steuerbare Gründe wie Umzug oder Ruhestand. Die Frage ist also nicht, ob sich Fluktuation senken lässt, sondern wo ein Unternehmen zuerst ansetzt. Wirksam sind nur Maßnahmen, die an den Ursachen ansetzen -- nicht an den Symptomen.

Ursachen messen und früh gegensteuern

Bevor Maßnahmen greifen, muss klar sein, wo und warum Menschen gehen. Eine nach Abteilung, Zeitraum und Kündigungsgrund aufgeschlüsselte Fluktuationsanalyse deckt Muster auf; strukturierte Exit- und Stay-Interviews liefern die passende Begründung dazu.

Noch wertvoller ist der Blick nach vorn: Kündigungen kündigen sich oft 6 bis 12 Monate vorher an, etwa durch sinkende Engagement- und eNPS-Werte, steigende Kurzerkrankungen, anhaltende Überstunden oder nachlassende Beteiligung an Befragungen. Regelmäßiges Mitarbeiter-Listening macht diese Signale sichtbar, bevor die Kündigung auf dem Tisch liegt. Unternehmen mit hohem Engagement verzeichnen laut Gallup rund 43 % weniger Fluktuation.

Führungskapazitäten ausbilden/Führungskräfte schulen

Führung prägt Arbeitsklima, Anerkennung, Entwicklung und Sinn zugleich und ist damit einer der wirksamsten Hebel gegen Fluktuation. Investitionen in Führungskräfteentwicklung wirken deshalb auf mehrere Kündigungsgründe gleichzeitig.

Entscheidend sind konkrete Kompetenzen wie Feedbackgespräche, Konfliktlösung und Kommunikation in Veränderungsphasen -- gekoppelt an messbare Größen wie die Bewertung der Führung auf Teamebene. So wird Fortschritt sichtbar und lässt sich bei einzelnen Führungskräften gezielt nachsteuern.

Entwicklungswege öffnen

Rund ein Drittel der Beschäftigten kündigt aufgrund fehlender Perspektiven. Dokumentierte Entwicklungspfade, vertikal wie lateral, halten Leistungsträger:innen im Unternehmen. Fachkarrieren, Projektleitungen und Mentoring wirken dabei oft stärker als die klassische Beförderungsleiter. Wichtig ist, dass Entwicklung regelmäßig zum Thema wird -- und nicht nur einmal im Jahresgespräch.

Wohlbefinden zur Priorität machen

Wohlbefinden gehört heute ins Zentrum der Bindungsstrategie, nicht an ihren Rand. Flexible Arbeitsmodelle, Angebote für mentale Gesundheit und Wellbeing-Programme zahlen direkt auf die Bindung ein. Nach der Studie zum Status von Work-Life-Wellbeing 2026 von Wellhub bewerten 76 % der Wellhub-Nutzer:innen das Wellbeing-Angebot ihres Arbeitgebers als gut oder ausgezeichnet -- gegenüber 30 % ohne solchen Zugang. Wer sich in seinem Wohlbefinden wertgeschätzt fühlt, bleibt zudem mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit im Unternehmen.

Strategien, die allein auf Gehalt und Beförderung setzen, greifen damit zu kurz.

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Anerkennung geben und fair vergüten

Anerkennung ist einer der kostengünstigsten Bindungshebel mit hoher Wirkung. Sie muss konkret und zeitnah erfolgen -- nicht als austauschbare Floskel einmal im Jahr. Bei der Vergütung zählt weniger die absolute Höhe als die wahrgenommene Fairness, intern wie im Marktvergleich.

Eine als ungerecht empfundene Bezahlung treibt Menschen weg. Ein transparentes System bindet dagegen stärker als ein intransparenter Bonus.


Empfohlene Lektüre: Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) 2026: Der Praxisleitfaden


Onboarding professionalisieren

Bindung beginnt vor dem ersten Arbeitstag. Ehrliche Stellenausschreibungen und ein strukturiertes Onboarding mit klarem 90-Tage-Plan, Buddy-System und Feedback-Checks nach 30, 60 und 90 Tagen verhindern teure Frühfluktuation.

Ein vernachlässigtes Onboarding spart kurzfristig Aufwand, führt aber langfristig zu weiteren Abgängen -- wodurch sich die Recruiting- und Einarbeitungskosten nicht auszahlen.

Keine dieser Maßnahmen wirkt über Nacht. Doch jeder Prozentpunkt, den ein Unternehmen bei der Fluktuationsrate gutmacht, spart Kosten, sichert Wissen und stabilisiert die Teams. Die Frage ist selten, ob sich das lohnt, sondern wie lange ein Unternehmen es sich leisten kann, nichts zu tun.

Weniger Fluktuation durch gelebtes Wohlbefinden

Hohe Fluktuation ist selten das eigentliche Problem, sondern ihr Symptom. Menschen gehen, wenn sie sich erschöpft, übersehen oder von ihrer Arbeit entfremdet fühlen. Zurück bleiben höhere Kosten, sinkende Produktivität und eine geschwächte Unternehmenskultur.

Ein betriebliches Wellbeing-Programm setzt genau hier an. Es signalisiert Mitarbeitenden, dass ihre Gesundheit und Zufriedenheit zählen -- nicht nur ihre Leistung.

Wellhub bündelt flexible, individuell nutzbare Angebote für körperliches, mentales und emotionales Wohlbefinden in einer einzigen Lösung. Die Ergebnisse sprechen für sich: 74 % der Wellhub-Nutzer:innen berichten, dass sich ihr Wohlbefinden im vergangenen Jahr verbessert hat, gegenüber 43 % ohne Zugang. Unternehmen, die auf Wellhub setzen, haben ihre Fluktuation um bis zu 43 % gesenkt.

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Wellhub Editorial Team

Das Redaktionsteam von Wellhub unterstützt Personalverantwortliche bei der Förderung des Wohlbefindens ihrer Mitarbeitenden. Unsere Studien, Trendanalysen und hilfreichen Anleitungen liefern ihnen die nötigen Werkzeuge, um das Wohlbefinden ihrer Belegschaft in der heutigen, sich schnell verändernden Berufswelt zu verbessern.


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