Wellbeing am Arbeitsplatz

Die harten Fakten – Den ROI von Wohlbefinden berechnen

Zuletzt aktualisiert am 22. Apr. 2026

Lesezeit: 2 Minuten
Pessoa usando tablet com teclado para acessar plataforma de bem-estar corporativo, enquanto conversa com colegas em um espaço colaborativo.

„Man kann nicht managen, was man nicht misst.“ Dieser Leitsatz von Peter Drucker gilt für die Logistik und den Vertrieb ebenso wie für das Humankapital. Nachdem wir im ersten Teil geklärt haben, warum Wellbeing eine strategische Notwendigkeit ist, widmen wir uns heute der entscheidenden Frage: Wie berechnet man den Erfolg?

Die 4 wichtigsten KPIs für Ihr Dashboard

Damit Wellbeing eine „Business Metric“ wird, benötigen wir verlässliche Datenpunkte. Hier sind die vier Säulen, die in jedes Reporting gehören:

  1. Die Health-Ratio (Abwesenheitsrate)

Die klassische Metrik. Aber Achtung: Messen Sie nicht nur die Dauer, sondern auch die Häufigkeit. Kurze, häufige Ausfälle können auf psychische Belastung hinweisen.

  1. Der eNPS (Employee Net Promoter Score)

Eine einfache Frage: „Wie wahrscheinlich ist es, dass du unser Unternehmen als Arbeitgeber weiterempfiehlst?“ Ein hoher Score korreliert direkt mit geringerer Fluktuation und niedrigeren Recruiting-Kosten.

  1. Der Produktivitäts-Index (Präsentismus-Faktor)

Da Präsentismus schwer direkt zu messen ist, nutzen Unternehmen standardisierte Fragebögen (wie den Stanford Presenteeism Scale), um zu evaluieren, wie stark gesundheitliche Einschränkungen die Arbeitsleistung beeinträchtigen.

  1. Fluktuationsrate & Cost-per-Hire

Wie viele Mitarbeiter verlassen das Unternehmen pro Jahr? Wenn ein strukturiertes Wellbeing-Programm die Fluktuation um nur 5 % senkt, spart ein mittelständisches Unternehmen oft bereits sechsstellige Summen an Neubesetzungskosten.

Beispielrechnung: Das Sparpotenzial

Nehmen wir ein Unternehmen mit 500 Mitarbeitern und einer durchschnittlichen Krankheitsquote von 6 %.

MetrikWert (vorher)Ziel (nach Programm)Einsparung
Krankentage pro Jahr15 Tage / MA12 Tage / MA1.500 Tage
Kosten pro Fehltagca. 400 €400 €-
Gesamtersparnis--600.000 €

Wenn das Wellbeing-Programm (inkl. Software, Coaching und Ergonomie) 150.000 € pro Jahr kostet, läge der ROI in diesem Beispiel bei 1:4.

Datenquellen: Woher kommen die Zahlen?

Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Die meisten Daten schlummern bereits in Ihren Systemen:

  • HR-Management-Systeme: Fehlzeiten und Fluktuation.
  • Mitarbeiterbefragungen: Pulse-Surveys für das psychische Wohlbefinden.
  • Krankenkassen-Reports: Anonymisierte Auswertungen über die Art der Erkrankungen (z. B. Anstieg von Rückenleiden vs. Stress).

Pro-Tipp: Verknüpfen Sie Wellbeing-Daten mit Performance-Daten. Zeigen Teams mit höherem Wellbeing-Score auch eine bessere Zielerreichung (Sales-Quoten, Ticket-Lösungszeiten)? Hier finden Sie die wahre Korrelation.

Fazit: Zahlen lügen nicht

Wellbeing ist kein „Gefühl“, sondern Mathematik. Wer die Daten versteht, kann gezielte Investitionen tätigen, die nicht nur das Leben der Mitarbeiter verbessern, sondern das Unternehmen finanziell krisenfest machen.


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Wellhub Editorial Team

Das Redaktionsteam von Wellhub unterstützt Personalverantwortliche bei der Förderung des Wohlbefindens ihrer Mitarbeitenden. Unsere Studien, Trendanalysen und hilfreichen Anleitungen liefern ihnen die nötigen Werkzeuge, um das Wohlbefinden ihrer Belegschaft in der heutigen, sich schnell verändernden Berufswelt zu verbessern.